2. Reisebericht Eckernförde - Deutschland Tournee 2026
Samstag, 5. September 2026 (3. Reisetag): Marburg – Lüneburger Heide – Eckernförde
Von der Lüneburger Heide an die Ostsee – Moin, moin in Eckernförde
Pünktlich um 8.15 Uhr starteten wir zu unserem nächsten Ziel: der Lüneburger Heide und anschliessend Eckernförde an der Ostseeküste. Die Sonne begrüsste uns an diesem Morgen und auch im Bus herrschte von Anfang an eine ausgesprochen fröhliche – oder vielleicht eher feucht-fröhliche – Stimmung. Ob da wohl der Grappa vom Vorabend noch etwas nachgeholfen hatte? Für Unterhaltung war jedenfalls bestens gesorgt. Peter organisierte kurzerhand die Versteigerung von Alois’ „Laurastar“. Wer bietet mehr? Am Ende machte Simon das Rennen. Sein Einsatz: ein Grillabend. Damit war auch gleich für die nächste gesellige Zusammenkunft gesorgt. Nach einigen Kilometern legten wir einen kurzen Kaffeehalt ein, bevor wir unsere Fahrt Richtung Lüneburger Heide fortsetzten.
Regen statt Heideblüte
Gegen 14.15 Uhr erreichten wir Undeloh mitten in der Lüneburger Heide. Eigentlich hätten wir uns auf die berühmte violette Heideblüte und einen gemütlichen Spaziergang durch eine der schönsten Naturlandschaften Deutschlands freuen dürfen. Doch Petrus hatte offensichtlich einen anderen Plan. Es regnete gerade aus Kübeln!
So stärkten wir uns zunächst im Undeloher Hof mit einem deftigen Mittagessen: Schweinenackenbraten mit Kartoffeln und Rotkohl. Genau das Richtige nach einer langen Busfahrt – und die Portionen liessen einmal mehr keinen Zweifel daran, dass wir in Deutschland angekommen waren.
Einige Unerschrockene wagten sich trotz des heftigen Regengusses auf einen kurzen Spaziergang in die Heide. Allerdings erwies sich unser Schuhwerk für die plötzlich sehr nasse Landschaft nicht unbedingt als optimal. Die Heide zeigte sich deshalb weniger von ihrer violetten, dafür umso mehr von ihrer wasserreichen Seite.
Nach dem feinen Mittagessen hiess es wieder: Einsteigen und weiter Richtung Tagesziel Eckernförde.
Willkommen an der Ostsee
Je weiter wir nach Norden kamen, desto mehr veränderte sich die Landschaft – und auch die Architektur. Die Fassaden der Häuser wurden zunehmend von rotem Backstein geprägt. Ganze Strassenzüge leuchteten in warmen Rottönen, dazwischen tauchten immer wieder wunderschöne Häuser mit Reetdächern auf. Schon während der Fahrt war deutlich zu spüren: Wir waren im hohen Norden angekommen.
Unser Bus hielt schliesslich direkt vor dem Stadthotel Eckernförde, mitten im Zentrum und – was für eine Lage! – nur wenige Schritte vom Strand entfernt. Nach dem Zimmerbezug machten wir uns sogleich auf Entdeckungsreise.
Der Strand lud zum Flanieren ein. Überall standen die typischen Strandkörbe, auf denen sich die Möwen offenbar besonders wohlfühlten. Nur ein paar Meter weiter öffnete sich der Blick auf den Hafen. Und dort gab es einiges zu bestaunen: Alte Zwei- und Dreimastschiffe lagen fest vertäut an der Kaimauer und boten einen beeindruckenden Anblick. Selbst diejenigen unter uns, die sonst nicht unbedingt als begeisterte Segler gelten, kamen angesichts dieser prächtigen Schiffe ins Staunen. Dazwischen reihten sich die kleinen Fischerbuden aneinander. Frische Fischbrötchen in den verschiedensten Varianten wurden angeboten – für Fischliebhaber ein kleines Paradies.
Eckernförde präsentierte sich uns als wahrer Traum Ort zum Verweilen: Strand, Hafen, historische Schiffe, Backsteinhäuser und norddeutsches Flair – alles lag dicht beieinander. Am liebsten wären wir wohl noch länger auf Entdeckungstour geblieben. Doch irgendwann mussten auch wir uns auf den Weg zum Nachtessen machen.
Ein Abend ganz nach Geschmack
Zum Abendessen teilte sich unsere Reisegruppe auf. Einige zog es ins Ristorante Bellini, andere entschieden sich für den Chinesen – oder, wie es bei uns augenzwinkernd hiess, für den „Chinesen mit dem Sprachfehler“. Eines stand jedenfalls fest: Essen kann man in Deutschland sehr gut! Und auch bei den Portionen wird nicht gerade gegeizt.
Zum Abschluss dieses abwechslungsreichen Tages blieb uns noch eine wichtige Lektion aus dem hohen Norden: In Eckernförde begrüsst man sich mit einem herzlichen „Moin“! Und wer schon einmal hier ist, sollte natürlich auch die regionale Fischspezialität probieren: die Sprotte.
So endete unser dritter Reisetag zwischen Regen in der Heide und maritimer Abendstimmung an der Ostsee – mit vielen Eindrücken, vollen Bäuchen und der Vorfreude auf das nächste musikalische Abenteuer unserer Akkordeon Reise mit Alphornbegleitung.
Sonntag, 6. September 2026 (4. Reisetag): Tag des Akkordeons in Eckernförde
Alphornklänge an der Ostsee – ein musikalischer Sonntag in Eckernförde
Mit strahlenden Sonnenstrahlen begrüsste uns der neue Tag. Heute stand ein besonderer Höhepunkt unserer Reise auf dem Programm: unser Konzertauftritt in der Kurmuschel am Strand von Eckernförde – eingebettet in den „Tag des Akkordeons“ und das gleichzeitig stattfindende Kunst- und Kulturfest. Schon am frühen Morgen herrschte im Stadthotel reges Treiben. Während die einen gemütlich ausschliefen, nutzten einige Unentwegte die Gelegenheit, noch vor dem Frühstück ein kühles Bad in der Ostsee zu nehmen. Anschliessend genossen wir im wunderschönen Frühstücksraum des Hotels ein reichhaltiges und köstliches z`Morge.
Das Stadthotel selbst lud regelrecht zum Verweilen ein. Die tolle Lage direkt am Strand, die gemütliche Atmosphäre und das herrliche Wetter machten es schwer, sichdavon loszureissen. Doch bevor es zum Festgelände ging, hatten unsere Alphörner noch ihren ersten Einsatz des Tages. Vor dem Hotel gab die Alphorngruppe ein kleines Ständchen zum Besten. Die ungewohnten und eindrucksvollen Klänge lockten zahlreiche neugierige Zuhörerinnen und Zuhörer an. Das Interesse war so gross, dass es auf dem Fussgängerweg beinahe zu einem kleinen „Verkehrsstau“ kam. Offenbar hatten wir bereits am Vormittag ein erstes Publikum gefunden.
Kunst, Kultur und Akkordeon
Gegen 11.00 Uhr erreichten wir das Festgelände rund um die Kurmuschel. Gleichzeitig fand dort der Kunst- und Kulturmarkt statt, der mit einer grossen Vielfalt an Kunsthandwerk und kreativen Arbeiten aufwartete. Von kunstvollen Eisenskulpturen über Töpfereien und verschiedenste Holzarbeiten bis hin zu wunderschönen Bildern gab es viel zu entdecken.
Der heutige Tag stand ganz im Zeichen des Akkordeons. Um 11.30 Uhr eröffnete das Akkordeon-Orchester Eckernförde e.V. den musikalischen Teil des Tages. Was wir nun zu hören bekamen, war beeindruckend. In der Formation spielen unter anderem Berufsmusiker, und die Gruppe zeigte eindrücklich, wie vielseitig ein Akkordeon sein kann. Von temperamentvollen Stücken bis zu gefühlvollen Melodien war alles dabei.
Durch das Programm führte Maike Salzmann, Präsidentin des Akkordeon-Orchesters. Und sie bewies nicht nur musikalisches Talent, sondern auch, dass sie eine hervorragende Ansagerin ist. Mit viel Witz, Charme und einer gehörigen Portion Schmiss moderierte sie das Konzert. Man hätte ihr tatsächlich stundenlang zuhören können. Natürlich durfte auch der Humor rund um das Instrument nicht fehlen. Das Akkordeon trägt schliesslich so einige liebevolle Spitznamen: Quetschbalke, Blasebalg oder Knatterkasten. Passend dazu wurde auch gleich ein kleiner Witz erzählt: Kommt ein Akkordeonspieler in den Himmel. Petrus sagt: „Tut mir leid, mein Sohn, aber für Akkordeonspieler ist hier leider kein Platz.“ Der Akkordeonspieler fragt: „Warum denn?“ Petrus antwortet: „Weil die Hölle schon voll ist!“
Jetzt sind wir dran.
Nach dem gelungenen Auftritt des Akkordeon-Orchesters wurde es für uns ernst. Gegen 13.45 Uhr begannen wir mit dem Einrichten und dem Soundcheck. Das Wetter hätte für unseren Auftritt kaum besser sein können: viel Sonne, nur wenige Wolken und angenehme Temperaturen. Beste Voraussetzungen also für einen musikalischen Nachmittag unter freiem Himmel. Pünktlich ging es los. Maike übernahm wiederum die Ansagen und führte mit viel Wortwitz und Charme durch das Programm. Nun war auch der Moment gekommen, an dem die Alphornbläser ihre Instrumente zur Hand nahmen. Nach den ersten Musikstücken des Akkordeon-Orchesters erklangen plötzlich die mächtigen, warmen Töne unserer Alphörner über das Festgelände. Damit hatten wohl nicht alle Zuhörerinnen und Zuhörer gerechnet. Nach dem ersten Alphornstück waren die Besucher regelrecht platt. Nach dem dritten Stück sollen bei einigen Zuhörerinnen sogar die Taschentücher zum Einsatz gekommen sein. Ob nun die Musik, die Stimmung oder vielleicht doch ein wenig die Sonne dafür verantwortlich war, seidahingestellt – die Wirkung unserer Alphörner war jedenfalls nicht zu überhören. Nach drei Alphornstücken übernahm wieder das Akkordeon-Orchester und sorgte für weitere musikalische Abwechslung.
Eine kurze Pause – und ein neues Alphorn-Talent
Nach diesem ersten Konzertblock gab es eine rund 20-minütige Pause. Zeit für ein leckeres Fischbrötchen – schliesslich waren wir an der Ostsee!
Während sich die einen stärkten, nutzte unser Beat Huber die Gelegenheit, das Reserve-Alphorn an den Mann zu bringen. Und tatsächlich fand sich auch gleich ein Interessent: Maikes Sohn (er spielt seit Kindheit ein Blasinstrument). Für ihn ging damit offenbar ein kleiner Wunsch in Erfüllung. Mit grossem Enthusiasmus setzte er das Instrument an und versuchte sich an den ersten Tönen. Wohlverstanden: mit einem fachkundigen Alphornlehrer an seiner Seite! Wer weiss – vielleicht wurde an diesem Nachmittag gerade ein zukünftiger Alphornbläser Talent entdeckt.
Tosender Applaus zum Schluss
Um etwa 14.45 Uhr ging es mit dem zweiten Konzertblock weiter. Nach weiteren Stücken des Akkordeon-Orchesters waren wieder die Alphornbläser an der Reihe. Unsere bekannten Melodien kamen beim Publikum hervorragend an. Jedes Alphorn- und Akkordeonstück wurde mit tosendem Applaus verdankt. Die Kombination aus Akkordeon und Alphorn erwies sich als ausgesprochen gelungen und machte diesen Nachmittag zu einem ganz besonderen musikalischen Erlebnis. Das unterhaltsame Konzert wollte das Publikum schliesslich gar nicht so schnellenden lassen. Mehrere Zugaben wurden gefordert, bevor wir uns gegen 16.30 Uhr endgültig verabschieden konnten. Nach dem gemeinsamen Aufräumen gönnten wir uns noch einen wohlverdienten Apéro. Danach trennten sich die verschiedenen Gruppen zum gemeinsamen Nachtessen. Die Alphornbläser trafen sich diesmal im Ristorante Bellini, während sich eine andere Gruppe für ein chinesisches Restaurant am Strand entschied. Das Essen war wiederum köstlich – und die Portionen gewohnt grosszügig.
Den gelungenen Tag liessen einige von uns schliesslich noch bei einem Besuch an der Hotelbar ausklingen. Danach war aber auch für die letzten Unentwegten Feierabend. Ein wunderschöner Sonntag ging zu Ende: mit Sonne, Ostseeluft, Kunst und Kultur, viel Musik, neuen Bekanntschaften – und natürlich mit unseren Alphörnern, die an diesem Tag wohl bei so manchem Zuhörer einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben.
Geni & Beatrice, Schreiberlinge